Natriumnitrit in Wurst: Wie gefährlich ist E250 wirklich?

📅 2026-03-23⏱ 6 min
Natriumnitrit (E250) ist einer der umstrittensten Lebensmittelzusatzstoffe. Er steckt in fast jedem Aufschnitt, jeder Salami und jedem Schinken — und ist direkt mit Krebsrisiko verbunden. Die WHO hat verarbeitetes Fleisch 2015 als Gruppe-1-Karzinogen eingestuft. Was bedeutet das für deinen Einkauf?

Was ist Natriumnitrit (E250)?

Natriumnitrit ist ein Konservierungsmittel und Farbstabilisator. Es sorgt dafür, dass Wurst rosa bleibt statt grau zu werden, und verhindert das Wachstum von Clostridium botulinum (Botulismus).

Das Problem: Im Magen und beim Erhitzen reagiert Natriumnitrit mit Aminen aus dem Fleisch und bildet Nitrosamine — hochpotente Karzinogene.

  • IARC (WHO): Verarbeitetes Fleisch ist Gruppe 1 (krebserregend für Menschen)

  • 50g verarbeitetes Fleisch/Tag erhöht Darmkrebsrisiko um 18%

  • Das sind ca. 2-3 Scheiben Salami pro Tag

In welchen Produkten steckt E250?

Natriumnitrit steckt in fast allen verarbeiteten Fleischprodukten:

  • Salami, Schinken, Mortadella

  • Wiener Würstchen, Bockwurst

  • Kassler, Räucherschinken

  • Bacon, Frühstücksspeck

  • Leberwurst, Mettwurst

  • Fleischkäse, Leberkäse


Achtung: Auch viele Bio-Wurstwaren enthalten Nitrit — allerdings oft als "Nitritpökelsalz" deklariert.

Nitritfreie Alternativen in Berlin

Es gibt mittlerweile gute Alternativen ohne Natriumnitrit:

Im Supermarkt


  • Alnatura Bio-Aufschnitt — einige Sorten nitritfrei

  • Bio Company Eigenmarke — achte auf "ohne Nitritpökelsalz"

  • Ökoland — nitritfreie Wurstwaren im Biomarkt


Beim Metzger


  • Frage nach nitritfrei gepökeltem Aufschnitt

  • Viele handwerkliche Metzger bieten Alternativen


Pflanzliche Alternativen


  • Rügenwalder Mühle Vegetarischer Aufschnitt

  • Like Meat Pflanzliche Salami

  • Billie Green Veganer Aufschnitt


Diese Produkte enthalten kein Natriumnitrit und kein Krebsrisiko durch Nitrosamine.

Fazit: Muss ich komplett auf Wurst verzichten?

Nicht unbedingt — aber reduzieren ist sinnvoll.

Die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR):

  • Nicht mehr als 300g rotes und verarbeitetes Fleisch pro Woche

  • Nitritfreie Alternativen bevorzugen

  • Wurst nicht stark erhitzen (Grillen bildet mehr Nitrosamine)


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