10 gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetik — und wie du sie erkennst
1. Parabene (Methylparaben, Propylparaben, Butylparaben)
Status: ✘ Gefährlich
Parabene sind billige Konservierungsstoffe, die in Shampoos, Cremes und Lotionen stecken. Sie imitieren das Hormon Östrogen im Körper.
- In Brustkrebsgewebe nachgewiesen (Darbre et al., 2004)
- EU hat Propylparaben und Butylparaben in Babyprodukten verboten
- Stören das Hormonsystem auch in kleinen Mengen
So erkennst du sie: Alles was auf -paraben endet.
Alternative: Phenoxyethanol, Natamycin, Kaliumsorbat
2. Parfum / Fragrance
Status: ✘ Gefährlich
Hinter dem Wort "Parfum" oder "Fragrance" können sich 50 bis 100+ verschiedene Chemikalien verstecken. Hersteller müssen diese nicht einzeln deklarieren.
- Enthält oft Phthalate (Hormonstörer)
- Häufigster Auslöser von Kontaktallergien
- Kann Migräne und Atemprobleme auslösen
So erkennst du es: "Parfum", "Fragrance", "Aroma" auf der INCI-Liste.
Alternative: Produkte mit "parfümfrei" oder nur ätherischen Ölen
3. Formaldehyd-Abspalter (DMDM Hydantoin, Quaternium-15)
Status: ✘ Gefährlich
Diese Konservierungsstoffe setzen langsam Formaldehyd frei — ein bekanntes Karzinogen (IARC Gruppe 1).
- Kann Hautreizungen und Allergien auslösen
- Formaldehyd ist krebserregend bei Einatmung
- Versteckt sich hinter komplexen Chemienamen
So erkennst du sie: DMDM Hydantoin, Quaternium-15, Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea, Bronopol
Alternative: Phenoxyethanol, Ethylhexylglycerin
4. Sodium Lauryl Sulfate (SLS)
Status: ⚠ Bedenklich
SLS ist ein aggressives Tensid das für den Schaum in Shampoos und Duschgels sorgt. Es reinigt effektiv, aber zu aggressiv.
- Zerstört die natürliche Fettschicht der Haut
- Reizt Augen und Schleimhäute stark
- Kann die Hautbarriere langfristig schädigen
So erkennst du es: Sodium Lauryl Sulfate, SLS
Alternative: Coco-Glucoside, Decyl Glucoside (milde Zuckertenside)
5. BHT (Butylated Hydroxytoluene)
Status: ⚠ Bedenklich
Synthetisches Antioxidans, das als Konservierungsmittel eingesetzt wird.
- Möglicher Hormonstörer (endocrine disruptor)
- Einige Studien zeigen Organtoxizität im Tierversuch
- In hohen Dosen potenziell tumorfördernd
So erkennst du es: BHT, Butylated Hydroxytoluene
Alternative: Tocopherol (Vitamin E), Rosmarinextrakt
6. Phthalate (DBP, DEHP, DEP)
Status: ✘ Gefährlich
Weichmacher und Duftstoff-Fixierer. Verstecken sich oft hinter "Parfum".
- Bekannte Hormonstörer
- Schädigen die Fortpflanzungsfähigkeit
- EU hat mehrere Phthalate in Kosmetik verboten
- Immer noch in vielen Importprodukten
So erkennst du sie: Dibutyl Phthalate, Diethylhexyl Phthalate — oder versteckt unter "Parfum"
Alternative: Phthalatfreie und parfümfreie Produkte
7. Triclosan
Status: ✘ Gefährlich
Antibakterieller Wirkstoff, der in Seifen und Zahnpasta eingesetzt wurde.
- Fördert Antibiotika-Resistenzen
- Stört Schilddrüsenfunktion
- Schädigt die Darmflora
- In der EU in vielen Produkten bereits verboten
So erkennst du es: Triclosan, Triclocarban
Alternative: Normale Seife reicht — antibakterielle Zusätze sind unnötig
8. Mineralöl (Paraffinum Liquidum)
Status: ⚠ Bedenklich
Petroleum-basierter Inhaltsstoff, der als billiger Feuchtigkeitsspender eingesetzt wird.
- Kann MOAH/MOSH-Verunreinigungen enthalten (krebsverdächtig)
- Verstopft Poren
- Verhindert dass Haut "atmet"
- Kein pflegender Nutzen — nur Abdichtung
So erkennst du es: Paraffinum Liquidum, Mineral Oil, Petrolatum, Cera Microcristallina
Alternative: Sheabutter, Jojobaöl, Squalan
9. PEG-Verbindungen
Status: ⚠ Bedenklich
Emulgatoren, die auch als Penetrationsverstärker wirken.
- Machen die Haut durchlässiger für andere (auch schädliche) Stoffe
- Können 1,4-Dioxan als Nebenprodukt enthalten (krebsverdächtig)
- Werden aus Erdöl hergestellt
So erkennst du sie: Alles was mit PEG- beginnt (PEG-40, PEG-100, etc.)
Alternative: Pflanzliche Emulgatoren (Cetearyl Olivate, Sorbitan Olivate)
10. Mikroplastik (Polyethylene, Nylon-12)
Status: ✘ Gefährlich
Winzige Plastikpartikel, die als Schleifmittel oder Filmbildner eingesetzt werden.
- Gelangen ins Abwasser und in die Nahrungskette
- Reichern sich im Körper an
- EU-Verbot in Vorbereitung (ab 2027 in Kosmetik)
- Kein gesundheitlicher Nutzen
So erkennst du sie: Polyethylene (PE), Polypropylene (PP), Nylon-12, Polymethyl Methacrylate
Alternative: Jojoba-Wachskügelchen, Kieselerde, Bambuspulver
Fazit: So schützt du dich
Die einfachste Regel: Je kürzer die Zutatenliste, desto besser.
Unsere Empfehlungen:
1. Kaufe zertifizierte Naturkosmetik (NATRUE, COSMOS, Ecocert)
2. Meide Produkte mit "Parfum" oder "Fragrance"
3. Nutze unseren Inhaltsstoffe-Scanner um jedes Produkt selbst zu prüfen
4. Achte auf Siegel: Vegan, tierversuchsfrei, Bio
Dein Körper nimmt über die Haut mehr auf, als du denkst. Wähle bewusst.